Die Triestiner Küche speist sich aus vielen Einflüssen und hat bis heute ihre Einzigartigkeit erhalten. Ein Streifzug durch Lokale, wo’s besonders gut schmeckt.

Text: Uschi Korda

Triest kulinarisch auf einen Nenner zu bringen ist kein leichtes Unterfangen. Die Stadt ist ein Schmelztiegel verschiedenster Kulturen, das spiegelt sich auch beim Essen wider. Hier trifft deftige Karst-Küche auf mondän Habsburgisches, slowenische Bodenständigkeit auf venezianische Raffinesse, und zum Drüberstreuen haben in der Hafenstadt jüdische, griechische und türkische Kaufleute ihre Spuren hinterlassen. Aus all dem speist sich die Triestiner Küche, in der vor allem eines auffällt: Wo auch immer man einkehrt, wird Individualität großgeschrieben, nahezu jedes Lokal hat seine eigene, seine typische Spezialität.

3 Mal gut essen in Triest

1. Al Molo
Die alten Männer und das Meer

In der Küche landet hier, was die Fischer frühmorgens im Boot vorbeibringen. Das wird dann geradlinig und einfach zubereitet: Branzino und Co in der Salzkruste oder auf venezianische Art mit mitgebratenen Erdäpfeln und Ofenparadeisern. Unbedingt probieren sollte man Bigoli in cassopipa, ein Gericht, das die beiden Padroni selbst kreiert haben und das im kupfernen Reindl auf den Tisch kommt.

Tavernetta al Molo
Riva Massimiliano e Carlotta 11a Grignano
34100 Triest

Tel.: +39/040/22 42 75
tavernettaalmolo@libero.at

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2. Da Angelina
Alla Mama

Obwohl mitten in der Altstadt und in Hafennähe situiert, könnte man an der kleinen Trattoria glatt vorbeilaufen. Unscheinbar klebt sie an einem Straßeneck, kein Gastgarten lockt Gäste an. Trotzdem ist das Lokal immer gerammelt voll, vor allem mit einheimischen Stammgästen, nur ab und zu finden auch Touristen den Eingang. Hier gab es schon immer ein Restaurant, sagt Sami Navir, die seit zwölf Jahren die Restaurantleitung macht.

Die Küche ist einfach, aber ehrlich, so wie sich der Italiener Cucina alla mamma vorstellt. Fleisch steht keines auf der kleinen Karte, die täglich wechselt. Serviert werden Salate, Pasta und Meeresfrüchte. Theoretisch könnte man Fischlokal dazu sagen, allerdings gibt es keine großen Fische. Dafür aber Calamari, Gamberoni, Stockfisch und Sepia. Und natürlich die berühmten weißen Sardinen aus der Triestiner Bucht.

Buffet da Angelina
Via Luigi Cadorna 14
34100 Trieste

Tel.: +39/327/059 90 05

3. Salvagente
Einfach genial

Würde man Triest-Kenner nach ihrem Lieblingslokal fragen, bekäme man vermutlich viele unterschiedliche Antworten, öfter dabei wäre jedoch sicherlich die Osteria Salvagente. Ob Jung, ob Alt, ob Reich, ob Arm – das kleine Lokal am Südende der Hafenbucht ist so etwas wie ein Rettungsring (=Salvagente) für Fischliebhaber. Und das seit über fünfzig Jahren. Gedruckte Karte gibt es keine, es reichen mit Bleistift handbeschriebene A4-Blätter, ein paar davon in Englisch. Als Vorspeise kann man sich kleine kalte Happen aus der Vitrine aussuchen, von selbst gemachtem Stockfischaufstrich bis zu Sardoni in saor.

Tipp der Autorin: Sollten Spaghetti vongole auf der Karte stehen, schlagen Sie zu. Marco Munary nimmt dafür die kleinen Caparozzoli, die nicht gezüchtet werden können, also quasi Muschelwildfang sind. Das allein ist schon ein Erlebnis für sich. Die grandiose Sauce aber, deren Rezeptur ein Geheimnis bleibt, werden Sie mit Garantie noch nach Jahren auf der Zunge schmecken, wenn Sie an Triest denken.

Osteria Salvagente
Via dei Burlo 1c
34123 Triest

Tel.: +39/040/260 66 99

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