Wer Schnecken fernhalten möchte, muss wissen, wie sie leben. Gärtner Johannes Käfer gibt eine kleine Schneckenkunde.

Gärtner Johannes Käfer (Bild: Roland Vorlaufer)

Johannes Käfer schreibt regelmäßig für servus.com und teilt sein Expertenwissen rund um Flora & Fauna.

Vorweg: Das ultimative Mittel gegen Schnecken gibt es leider nicht. Wollen Sie bei der Bekämpfung von Schnecken erfolgreich sein, müssen Sie zuerst wissen, wie Schnecken denken und leben. Wie läuft ihr Stoffwechsel ab? Wie funktioniert die Vermehrung? Was mögen Schnecken, wen oder was meiden sie?

Gefrässige Spanische Wegschnecke

Spanische Wegschnecke (Foto: Mauritius Images)
Die Spanische Wegschnecke ist die gefrässigste – und somit die lästigste – aller Schnecken. (Foto: Mauritius Images)

Bei der Bekämpfung sollten Sie sich einzig und alleine auf die Spanische Wegschnecke konzentrieren. Alle anderen Schneckenarten sind nahezu harmlos, manche sogar ein wenig nützlich. Arien vulgaris heißt die gefürchtete Wegschnecke in der Zoologie, und zu Deutsch nennt man sie auch noch Kapuzinerschnecke.

Keine andere Schneckenart, die bei uns vorkommt, ist so gefräßig und richtet solche Schäden an. Dass das so ist, hat allerdings einen bestimmten Grund. Diese Schnecken sind praktisch nur einjährig. Sie schlüpfen als Jungtiere je nach Klima bereits im März aus den Eiern und beginnen zu fressen. Erst ab Mitte bis Ende Juni sind die Tiere geschlechtsreif und gehen zur Paarung über. Die Zwitter befruchten sich gegenseitig, und beide legen bis zu 400 Eier in mehreren Gelegen ab.

Die enorme Gefräßigkeit erklärt sich daher, dass sich diese Tiere in nur vier Monaten vom Winzling zur ausgewachsenen Schnecke entwickeln müssen, um dann genau ein einziges Mal zu kopulieren und Eier abzulegen, bevor sie sterben oder erfrieren. Die Weinbergschnecke beispielsweise kann bis zu 20 Jahre alt werden, sie hat keinen Stress mit dem Fressen, sie kann es eher gemütlich angehen – zumal sie sich auch öfter als einmal vermehrt.

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Bierfalle gegen Schnecken

Bierfalle gegen Schnecken (Foto: Mauritius Images)
Die Bierfalle gegen Schnecken funktioniert nur, wenn das Bier frisch ist. (Foto: Mauritius Images)

Sie wirkt nur, wenn das Bier frisch ist. Offensichtlich macht die Kohlensäure den Schnecken den Garaus und nicht das Bier an sich. Ist das Bier abgestanden, lockt es zwar die Schnecken an, bringt sie aber nicht um. Weiters kann es sein, dass die Bierfalle Schnecken in Ihren Garten lockt, die sich ohne Biergeruch nie auf den Weg zu Ihnen gemacht hätten. In diesem Fall ist es besser, wenn der Nachbar eine Bierfalle aufstellt.

Wo der Boden nass ist, vergrößert sich auch der Aktionsradius der Schnecken. Daher nur punktuell gießen.

Johannes Käfer

Das schmeckt Schnecken gar nicht

Generell sind es viele Gewürzpflanzen und Aromapflanzen, die von den Schnecken gemieden werden. Rosmarin, Thymian und Lavendel sind gute Beispiele. Aus dieser Mischung können Sie auch einen Tee zubereiten und die Pflanzen damit übergießen oder besprühen.

Ebenso werden auch Giftpflanzen von Schnecken gemieden. Maiglöckchen, Eisenhut, Fingerhut und viele Wolfsmilch-Arten können Schnecken nicht ausstehen. Weitere schöne Pflanzen, die von Schnecken gemieden werden, sind: Geranium, Frauenmantel, Hauswurz und Fetthenne sowie der Zierlauch.

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Punktuelles Giessen hält Schnecken fern

Garten gießen (Foto: Mauritius Images)
Wer nur die Pflanzen gießt und das Rundherum trocken lässt, macht es den Schnecken schwer, sich zu ihrem Futter zu bewegen. (Foto: Mauritius Images)

Wenn der Boden nass ist, vergrößert sich der Aktionsradius von Schnecken enorm, das sollten Sie beim Gießen berücksichtigen. Bewässern Sie Ihre Pflanzen nur punktuell, sodass der Boden rundum möglichst trocken bleibt, das schränkt die Bewegungsfreiheit der Schnecken wesentlich ein. Außerdem sollten Sie nur frühmorgens gießen, so können der Boden und die Pflanzen rasch abtrocknen.

Überhaupt ist Trockenheit einer der größten Feinde der Schnecken. Durch ihre ungeschützte Haut verdunsten sie relativ viel Wasser und suchen daher an sonnigen Tagen bald schattige Verstecke. Das können Sie sich zunutze machen, indem Sie im Gemüsegarten feuchte Bretter oder feuchten Karton auflegen. In der Mittagshitze drehen Sie diese um und finden darunter mit Sicherheit jede Menge Schnecken, die sie dann absammeln und umsiedeln können.

Raue Oberflächen gegen Schnecken

Eierschale gegen Schnecken (Foto: Mauritius Images)
Bröseln Sie Eierschalen rund um Ihre Pflanzen – das erschwert den Schnecken den Weg zu ihnen. (Foto: Mauritius Images)

Glatte Oberflächen sind für Schnecken leicht zu überqueren, rauer Mulch ist hingegen ein ungeliebtes Hindernis. Ganz egal ob Eierschalen, trockene Fichtennadeln, kantiger Kies oder Flachsmulch, diese Materialien mindern die Reiselust der Schnecken enorm. Solche Barrieren machen speziell vor dem Gemüsegarten oder vor Pflanzbeeten besonders viel Sinn.

Eine Barriere, die sie auch nur sehr widerwillig überschreiten, ist Kaffeepulver bzw. Kaffeesud. Letzterer hat auch den Vorteil, dass er nebenbei noch den Boden verbessert. Koffein ist für Schnecken offensichtlich giftig. Sie können auch Ihre gefährdeten Pflanzen mit Kaffee besprühen und sie so vor den gefräßigen Tieren schützen.

Einen ähnlichen Effekt haben auch Extrakte aus Moos, die es bereits im einschlägigen Handel gibt. Schnecken halten sich zwar gerne auf festem Moos auf, rühren es aber unter keinen Umständen an.

Übrigens: Die beste Methode gegen Schnecken ist und bleibt das Absammeln. Die beste Zeit dafür ist am Abend, wenn sie aus ihrem Unterschlupf herauskriechen.

Nacktschnecke (Foto: Schwoaze/Pixabay)
Foto: Schwoaze/Pixabay

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